Presse

04.02.2020:

Nach dem 2018 erschienen Album „Trail Running Experience“ kommt nach knapp 2 Jahren der Nachfolger des Österreichischen Producers Hannes Zellhofer.

Wie schon auf dem Vorgänger, darf man sich auch hier über einen bunten Mix an elektronischer Musik erfreuen die aber eindeutig eine trancigen Einschlag hat und zwar einen der an die 90er erinnert und auch einen Hauch Goa mit sich bringt. Mal ein wenig ruhiger, mal ein wenig schneller aber der Synth ist immer on point.

Alles in allem erwarten einen 9 Tracks auf dem Album, das ab sofort bei allen gängigen digitalen Portalen und als CD verfügbar ist.

http://musikatlas.at/special-content/news-detail/news/distance-project-runners-high/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=a84b56b7856ce7ac2e993b38e7441aab

01.11.2018:

Distance Project – Trail Running Experience
Tschin Bumm Records (2018)

(8 Stücke, 41:08 Minuten Spielzeit)

Distance Project ist das musikalische Projekt des Wieners Hannes Zellhofer, der sich selbst als Livemusiker versteht und dessen Stücke sich im Umfeld von Electro, Ambient und Trance bewegen. Neben dem Komponieren und Aufnehmen der eigenen Musik erstellt Hannes Zellhofer auch Trance-Mixes, die er auf house-mixes.com veröffentlicht. Nach den Alben „A-B-C (Marathon)“ aus dem Jahr 2015 und „Dance & Trance“ (2017) ist „Trail Running Experience“ der dritte Longplayer Zellhofer’s.

Zellhofer selbst betätigt sich sportlich und hat sich dem Laufen verschrieben. Mit „Trail Running Experience“ hat er versucht Musik zu erstellen, die ihm beim Laufen unterstützt bzw. die man beim Laufen gut nutzen kann (hier im Besonderen beim Querfeldein-Lauf). Herausgekommen sind acht Stücke, in denen Großteils instrumental vorgegangen wird. Zellhofer hat aber auch einige gesungene Parts in die Stücke eingewoben.

Sprachsamples eröffnen den ersten Track „Run Off“. Das wirkt wie eine Schleife einer nicht zu verstehenden weiblichen Stimme. Darauf setzt Zellhofer dann einige Trance-Rhythmen, so dass der Track an Fahrt gewinnt und spendiert dem Ganzen dann noch eine Melodielinie. Man kann sich gut vorstellen in diesem Tempo zu laufen. Man muss das aber nicht sondern kann genauso gut die Gedanken fliegen lassen oder einfach eine Rund abtanzen. Recht stoisch treibt Zellhofer diesen Track voran.

Sphärisch und ambient beginnt zunächst „Trip“ um dann wie beim Opener mit Stimmsamples aufzuwarten, die sich durch den Track ziehen. Hier setzt er dann aber variationsreiche Rhythmen ein und lässt eine weibliche Stimme im weiteren Verlauf einen Text sprechen. Mit „Faster“ treibt er den Rhythmus dann noch weiter und legt damit einen Zwischenspurt ein. Betti Stewart’s Gesang, deren Stimme verfremdet wurde, wirkt in diesem Stück sehr technologisch und unterkühlt, passt aber gut zu dem treibenden Rhythmus und der Melodie.

Es folgen weitere, sehr rhythmische Tracks, die nach gleichartigem Muster gestrickt sind. Sehr gut gefällt mir dabei das treibende und melodische „Let Go“. In den letzten beiden Stücken „Feel Good“ und „Finale“ wirft dann Bernhard Glatz noch einige Klangtupfer an der Trompete ein.

Ob man nun „Trail Running Expeirence“ beim Laufen oder beim Relaxen hört, spielt keine Rolle. Hannes Zellhofer hat als Distance Project auf dem Album rhythmische Tracks versammelt, die darüber hinaus ambiente tranceartige Momente enthalten.

Stephan Schelle, November 2018

http://www.musikzirkus-magazin.de/dateien/Pages/CD_Kritiken/elektronik/distance_project_trial_running_distance.htm

29.10.2018:

Der Österreicher Hannes “Zelli” Zellhofer veröffentlicht unter seinem Pseudonym „Distance Project“, auf dem Wiener Label Tschin Bumm Records sein Album „Trail Running Experience“.

Das Album beinhaltet 8 Songs, die sich stilistisch irgendwo zwischen EDM und Trance einordnen, jedoch für meinen Geschmack sehr oldschool-lastig angehaucht sind. Sprich, das Album enthält Spuren von Trance den man aus den 90er Jahren kennt und durch die rollenden Beats kann man sogar auch von einer Note Goa sprechen.

Auf jeden Fall ein sehr gelungenes und frisches Album abseits der Mainstream Konserve. Vocals wurden geschickt in die Tracks integriert und machen das Ganze zu einem sehr feinen Werk. Gerade wenn man unter anderem mit der Trance Musik der späten 90er Jahre groß geworden ist hat man sicher Spaß am durchhören der Tracks.

Zu haben ist das gute Stück auf allen gängigen Online Platformen wie Itunes, Amazon, Spotify oder auch auf dem eingebundenen YouTube Link.

http://musikatlas.at/special-content/news-detail/news/distance-project-trail-running-experience/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=32b27ec3e9bcabafd634175e794e8f95

19.06.2017:

Tram ma vo Rosn und Gligg

Musikarbeiter unterwegs … fast bis zum Oipmhauptkomm

«Regn ohne Wossa» heißt das zweite Album von Walter Pucher. 13 Lieder, Dialekttexte, eine Stimme, eine Gitarre – ein Genuss. Von Rainer Krispel (Text) und Mario Lang (Foto).

Die musikalische Stimmen- und Tönevielfalt der Stadt Wien kann sich sehen und hören lassen, davon handeln und leben diese Artikel. Dass dabei selbst die aufmerksamsten Beobachter_innen ständig Neues entdecken können (die Stadtkarte der tauben Flecken bleibt), macht diesen Reichtum aufregend. Als privilegiertem Musikarbeiter kommt mir immer wieder unaufgefordert Musik ins Haus, wofür ich mich bei Musiker_innen, Labels und Promomenschen herzlich bedanken möchte. So wie Walter Puchers zweites Album «Regn ohne Wossa». Sein Debüt «So und so» (2015) ging an mir leider vorüber, das jüngste Werk erwischt mich nach und nach mit seiner, Verzeihung, Unaufgeregtheit. Langsam offenbaren sich die Konturen der Lieder, und deren Substanz beginnt nachhaltig zu wirken. Schon fällt mir der Begriff «Charaktermusik» ein.

Dazöh ma kaane Gschichtn.

«Ich würde mich schon als Lyriker bezeichnen», meint Pucher, als er im Gespräch von seiner literarischen Arbeit erzählt, die vor der veröffentlichten Musik stand. Die Reise dorthin begann mit der Gitarre seines Vaters und dem «damals und hoffentlich heute noch berühmten» Gitarrenbuch von Peter Bursch. Wobei Walter, aus dem Kärntner Oberland stammend – «das hat gedauert, bis dort was angekommen ist, in den 80ern» – gleich mit dem zweiten Band anfangen musste. Dass sich dann ausgerechnet im Kastner & Öhler in Spittal an der Drau eine Platte von Reverend Gary Davis fand, war ein glücklicher kosmischer Zufall und verankerte den Blues nachhaltig in Puchers musikalischem Koordinatensystem. Peter Ratzenbeck, live erlebt, lieferte eine weitere Prägung. Anfang der 90er übersiedelte Walter Pucher nach Wien, das Gitarrespielen «schlief ein wenig ein». Mit der Geburt seiner Kinder, Zwillingen, schien die Zeit größerer literarischer Projekte vorbei, die kreative Energie, die der Alltag nicht verbrannte, wanderte in die Musik.

I les Gschichtn nua aus Scheabm.

«Als totalem Autodidakten kam mir das sehr gelegen, ich setz’ mich gerne mit einem Buch hin oder lass mir von YouTube was erklären», erzählt Walter. So entwickelte er seine Kenntnisse von «Tunes, Grooves, Open Tunings, irgendwas» weiter. Tatsächlich ist es heute, Jahre später, schon eine Freude, nur der Gitarre für sich auf «Regn ohne Wossa» genau zuzuhören. «I nimm ma des, wos i geil find und bau’ ma was daraus.» Beim Liederschreiben kommt, bei Walters literarischer Vergangenheit vielleicht verblüffend, die Musik zuerst, und abermals verblüffend, das Schreiben der Texte zur Musik empfindet er als «schwieriger» als «nur» zu schreiben. Was ihm im Ganzen dabei gelingt, ist, dass mensch einfach gerne zuhört, der Stimme, den Worten, der Gitarre. Gleichberechtigt bewegen sich die Elemente durch die Zeit, die die jeweiligen Lieder brauchen. Schon kommt einem ein Lied fast unverhofft näher, wie in meinem Fall «Sintflut», dem die beiden Zwischenüberschriften entstammen. Oder «Baagbong»: «Leg ma uns auf de Baagbong und deck ma uns zua mit n Nebö / donn tram ma vo Rosn und Gligg.»

Gligg.

Seine Lieder versucht Walter Pucher – mit dem eigenen kleinen Musikkritiker im Ohr – als «nice portion» anzurichten, die vierte oder fünfte Strophe unterbleibt eher, in der Livesituation darf es dann manchmal ein bisschen freier und ausufernder sein. Als Musiker live zu spielen stellt sich für Walter als eine mittlerweile erfüllte Sehnsucht dar. Eine andere Art, mit Menschen Zeit zu verbringen, zu teilen, meist nicht so «asexuell und furztrocken» wie die durchschnittliche literarische Lesung. So erklärt sich folgerichtig der Dialekt als Sprache der Wahl für die Texte. «Eine Sprache zu kriegen, die ich spreche, im Bewusstsein, dass sie in Form gebracht Kunstsprache ist.» Mittlerweile arbeitet Walter Pucher mit einem Booker («Es passieren keine Wunder, aber es passiert etwas») und entwickelt seine Musik kontinuierlich weiter. Was sich mit Kindern und Beruf – als (organisatorischer) Sozialarbeiter ist Walter gefordert, aber halbwegs flexibel – machen lässt. «Meine ­Lebensgefährtin und ich haben uns eine Kreativhöhle, eine Bathöhle gemietet, für unsere jeweilige Kreativarbeit.» Walter ist immer mit Gitarre unterwegs: «Das ist mein Schneckenhaus, wenn Zeit ist, setz ich mich auf eine Bank und tu.» Er zitiert einen Freund, der ihm erzählte, dass er, seit er Kinder hat, mehr kreative Arbeit als je zuvor erledigt bekommt. «Mit 20 bin ich depressiv herumgelegen, jetzt habe ich dazu keine Zeit.» Walter Pucher wird seine Form des «Do it yourself» gewiss weiterpraktizieren. Die Aufnahmen von «Regn ohne Wossa» hat er selbst besorgt. Dabei ist ihm eine weit mehr als nur taugliche Dokumentation von Liedern gelungen, die hoffentlich nicht nur im von deren Schöpfer so wertgeschätzten Livesetting ihr Publikum finden.

https://www.augustin.or.at/zeitung/artistin/tram-ma-vo-rosn-und-gligg.html

30.03.2017:

WALTER PUCHER: „Regn ohne Wossa“, Tschin Bumm Records 2017

Walter Pucher ist Dichter und kann ausgezeichnet Gitarre spielen. Beides zeigt seine neue CD beim Liebhaberlabel Tschin Bumm sehr schön. Westerngitarre übrigens und Fingerpicking als primär eingesetzte Technik. „Schau“ ist einer Nachbarin gewidmet, die offensichtlich besonders sehenswert ist. In „Oipmhauptkomm“ zeigt Pucher seine ländliche Herkunft. Die meisten Songs aber zeigen das Wiener Leben, wie man es auch von einem Sigi Maron oder einem Ernst Molden kennt. Pucher geht dabei einen eigenen reduzierten Weg. 1 Stimme, 1 Gitarre und sonst nix. Man darf dazu Blues sagen oder vielleicht auch Folk, ihm wird es wurscht sein. Und obwohl das jetzt nicht unsere prioritäre Lieblingsmusik ist, haben wir die Platte dann doch schon beim ersten Durchgang schätzen gelernt. Gut, dass es auch ohne Bombast und ohne fettes Marketingbudget noch irgendwie geht. Für Schnellentschlossene: Die CD wird am 31. 3. im Café Siebenstern in 1070 Wien präsentiert.

http://haubentauchers.blogspot.com/2017/03/tontrager-des-monats-april_30.html#!/2017/03/tontrager-des-monats-april_30.html

27.03.2017:

WALTER PUCHER – „Regn ohne Wossa“

Ein Singer-Songwriter, der die feinen Melodien beherrscht und auf kunstvolle Art mit Worten umzugehen weiß: WALTER PUCHER wird mit seinem neuen Album „Regn ohne Wossa“ (Tschin Bumm Records) seinem Ruf, einer der eigenwilligsten und zugleich spannendsten Liedermacher des Landes zu sein, einmal mehr gerecht.

Eine Gitarre, eine Stimme und die schönen bis tragischen Geschichten, die ein Leben so erzählt – und das war es auch schon, mehr benötigt Walter Pucher nicht, um seine Hörerschaft zu beglücken. Der aus Kärnten stammende Musiker und Schriftsteller zeigt sich auf seinem neuen Album „Regn ohne Wossa“ als ein Liedermacher mit einer poetischen Ader, der sich auf einfühlsame Weise, mit einem Schuss Ironie und immer einem verschmitzten Lächeln auf seinen Lippen durch seine Stücke singt und so eine wirklich wunderbare musikalische Welle auslöst.

Stilistisch verorten lässt sich das von Walter Pucher zu Gehör Gebrachte irgendwo zwischen den Polen Folk, Blues, Pop, Country und ein wenig Wienerischem. Eine Mischung, die jetzt nicht unbedingt als Neuerfindung des musikalischen Rades durchgeht, aber durch die wirklich sehr authentische Herangehensweise des Liedermachers und Autors eine sehr eigene Note erfährt.

Zwischen Folk und Blues – mit einem Schuss Austropop

Das große Schauspiel und das Ausbaden irgendwelcher Klischees sind nicht das Ding des in Wien lebenden Kärntners. Seine Musik und seine im schönsten Dialekt vorgetragenen Texte haben Tiefgang, sie schwingen ebenso melancholisch wie auch verträumt, sie lassen die Hörerschaft nostalgisch schwelgen und zeugen von einer erfrischenden Bissigkeit, sie offenbaren Verletzlichkeit und Schmerz, signalisieren aber immer wieder auch Hoffnung und Aufbruch. Und obwohl einzig der Klang der Gitarre den Ton angibt, besitzen die Nummern erstaunlich viel Groove, sie versprühen eine Energie, die einen auf musikalisch vielfältige Art packt und mitreißt.

„Regn ohne Wossa“ ist ein Album geworden, das mit einem ganz eigenen Charme punktet. Irgendwo nah am Austropop, aber doch auch ganz fern von diesem entwickelt Walter Pucher seine unverkennbare musikalische Sprache, eine, die doch anders wirkt als vieles andere aus der Ecke und genau aus diesem Grund einen besonderen Reiz entwickelt. Wirklich empfehlenswert.

Präsentieren wird Walter Pucher sein neues Album am 31. März 2017 im Wiener Siebenstern.

Michael Ternai

https://www.musicaustria.at/walter-pucher-regn-ohne-wossa

02.08.2014:

Tschin Bumm Records Sommerfest

Am 31.Juli 2014 luden Tschin Bumm Records zu Chill&Grill in die Szene Wien. Tschin Bumm Records sind als Verein organisiert. Treibende Tschin-Bumm-Kräfte sind Thomas Gartler (Rockefeller Junior), Hannes (XBloome) und Gabi Zellhofer, sowie Hannes Ursenbach. Diese Aktivisten verließen Edelbrand Records, da sie den vom neuen Obmann eingeschlagenen Weg nicht mitgehen wollten.

Die erste Veröffentlichung von Tschin Bumm Records war das Album „Celebrating Urban Alienation“ von „Rockefeller Junior“. Die Veröffentlichung wird im Oktober 2014 das neue Album von XBloome sein.

Radio Promotion für die Bands und das Label geschieht in einer eigenen Sendung, nämlich „Radio Tschin Bumm“ auf Radio Orange.

Eine Homepage existiert vorerst nur auf Facebook. Zelli: „Man wird sehen. Eine eigene Website mit Domain ist natürlich mehr Aufwand. Außerdem ist man mit einer Facebook-Seite in das Facebook-System integriert und kann leichter kommunizieren wie Einladungen, Freundanfragen oder Likeanfragen schicken“.

Chill

Das Rahmenprogramm war im Stil von Liedermacher bzw. Singer/Songwriter gehalten.

  • Hannes Ursenbach gab pathetisch traurige Lieder aus seinem Repertoire. Einziger nicht trübsinniger Klangtupfen war ein Liebeslied, nämlich eine Liebeserklärung an ein Fahrrad.
  • Thomas Gartler war gewohnt dirty an der akustischen Gitarre und verbreitete mit hingeworfenen Riffs und Kellerräumtruppstimme ein Flair von Underground. Mit dabei auch „Love Is Only For The Anxious„. Rohkost, Ohrenraspel, Düsternis. Mit dabei auch seine Söhne, die sich zeitweise mit Papa auf der Bühne produzierten.
  • Völlig anders wiederum My Little Tale, ein Projekt von Michi Strasser, welcher mit expressiver Vokalperformance üerzeugte. Zeitweise wurde er durch einen zweiten Musikerkollegen an Gitarre und Gesangsmikrofon unterstützt. „schräg“ ist wohl der am besten passende Ausdruck für dieses Akustik-Projekt.

Gartler: „Drei Singer/Songwriter hintereinander sind eine Herausforderung. Aber in diesem heutigen Set sind die Musiker derart unterschiedlich, dass es funktioniert.“

Grill

Würstel und Falafel (vegetarisches) vom Szene-Grillmeister gebraten. Dazu Bier, Cola, usw. Der Wettergott zeigte sich nur leicht verstimmt und sendete manchmal Nieselschauer, der große Regen jedoch blieb aus.

Gesehen:
Thomas Gartler (Rockefeller Junior) samt Frau und Kinder
Hannes „Zelli“ Zellhofer (XBloome)
Hannes „Doktor“ Ursenbach
Michi Strasser (My little tale)
Jakob Crashman Mayrhofer (CRAESH)
Rosa und Mario Nentwich (Palindrome)
Martin Mikulik (Radical Chique)
Albert Kostistansky (Fotografie)

03.04.2014:

Tschin Bumm Records. Das sind vier Freunde und Musiker, die beschlossen haben ein Label zu gründen. Wie man auf solch einen Namen kommt? VIENNARAMA haben sie es bei einem Bier erzählt.

Tschin Bumm – hau drauf, schau ma was passiert!

Tschin Bumm Records. Kaum ein Name, der uns in letzter Zeit solch ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. „Das haben wir sehr demokratisch gemacht. Wir hatten  Favoriten, die wir von Anfang an gesammelt haben und dann durfte jeder zehn Punkte vergeben und frei verteilen über die Auswahl. Am Schluss hat Tschin Bumm gewonnen. Klingt unbeschwert und löst keinen Druck aus“, lassen uns die Labelgründer wissen.

Wir haben alles selber in der Hand – wir sind nicht zum Erfolg verdammt, das ist eine gewisse Freiheit

Musik machen ohne Druck, das ist bei Tschin Bumm Records besonders wichtig. Geführt wird das Label als Verein. Sprich: keine Gewinnorientierung. „Das Gute daran ist, dass wir kein Geld verdienen müssen, aber alles hat seine Vor- und Nachteile. Wenn du mit etwas Geld verdienst, bist du auch bereit anders zu investieren.“ Drei Monate und einige Formulare später war es dann soweit. Tschin Bumm Records war geboren.

„Begonnen hat es mit unserer Band, die wir 2007 gegründet haben – dann haben wir sie wieder aufgelöst und jeder hatte seine eigene Band. Wir waren früher bei Edelbrandrecords, haben dann aber beschlossen etwas eigenes zu machen, um einfach mehr Freiheiten zu haben“. Gesagt, getan. Doch so einfach ist es auch wieder nicht. Doch das wussten die vier Freunde von Anfang an. Kontakte und Kooperationen sind das A und O. Und so werden alle Entscheidungen im Konsens getroffen und stets das Feedback der Kollegen eingeholt.

Der Fokus liegt auf Veröffentlichungen. So wurde im April mit Rockefeller Junior gestartet und die nächste Platte steht im Oktober an. Mit den eigenen Bands wird gestartet und dann werden neue Bands an Bord geholt. „Wenn man eine Zeit lang aktiv ist, dann kommen die Bands eh auf einen zu. Wir kennen ja auch viele Bands in unserem Umfeld. Da wird automatisch irgendwann eine Sogwirkung kommen und dann wird es darum gehen, wie man damit umgeht, da unser Fokus auf der Zusammenarbeit liegt.“ Heißt jeder arbeitet wirklich aktiv am Prozess mit.

Austauschen & Lernen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Radiosendung „Radio Tschin Bumm“ auf Orange 94.0. Das Konzept ist offen – in einer Stunde werden Menschen aus Kunst & Kultur interviewt und portraitiert. Lernen & Austauschen ist die Devise des jungen Labels. „Wir lernen dazu, wir pflegen unsere Kontakte, manchmal entsteht auch ein Projekt daraus.“ Wir wünschen dabei natürlich viel Erfolg und freuen uns Neues von Tschin Bumm Records zu hören.

http://viennarama.at/portrait-tschin-bumm-records

„25.03.2014“:

Rockefeller Junior
Celebration Urban Alienation

Rockefeller Junior war eine Grunge- und Alternative-Rockband, die seit 2008 von Wien aus ihr Unwesen trieb. Kopf der Band ist Thomas Gartler, der mit dem neuen Album – Celebration Urban Alienation – komplett neue Wege geht. Rockefeller Junior ist nun im rockigen Singer/Songwriter Genre gelandet, allerdings mit vielfältigen Einflüssen aus Folk und vor allem aus dem Alternative Bereich.

Grundlage der Songs sind die Gitarrenklänge, die von Thomas Gartler ziemlich gut und akzentuiert dargeboten werden. Vor allem wenn es rockiger zur Sache geht, kommen die früheren Musikrichtungen noch deutlich zum Vorschein. Das wird in den instrumentalen Stücken (“Faster“ “Mirrors & Shades“ und “Along The Shore“) besonders deutlich. Diese drei Titel gehören auch zu den Höhepunkten der CD. Denn Celebration Urban Alienation krankt ein wenig am Gesang von Thomas Gartler. Nun muss ein Nicht-Gesang nicht unbedingt negativ ins Gewicht fallen, doch ist hier vieles intonatorisch grenzwertig, dass man kaum mehrere Songs hintereinander anhören kann. Das ist schade, denn vom Songmaterial kann man eigentlich nichts Negatives berichten. Das ist absolut im grünen Bereich.

Celebration Urban Alienation kann mit guter Musik gefallen. Der positive Eindruck wird allerdings durch die Gesangs(nicht)leistung enorm getrübt. Hier muss jeder selbst entscheiden, ob er Rockefeller Junior eine Chance gibt.